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 langenberg zebras
In den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts wurden im Langenberg eine Reihe exotischer Tierarten gehalten, wie etwa Lamas, Antilopen, Wapitihirsche, Truten und Papageien.
      

Mit den Bären und Hirschen auf Du und Du

Es wäre nicht die Langnauerpost, würde sie nicht den Grossteil ihrer neusten Ausgabe «ihrem» Wildpark widmen würde. Ihn gibt es seit 150 Jahren. Damals war er die erste zooähnliche Einrichtung in der Schweiz. Auf 100 Jahre bringt es die SVP-Ortspartei, der der fünfte Beitrag gewidmet ist.

Carl Anton Ludwig von Orelli: drei Vornamen, ein «von» – da schwingt viel Pomp mit. Der Mensch entsprach auch lange seinem Namen: Als Lebemann, als Bonvivant wird er beschrieben. 1808 geboren, machte er zuerst Karriere im Militär, so als Leutnant unter General Dufour. Mit erst 27 Jahren wurde er Zürcher Stadtforstmeister. Weltmann, vollendeter Gastgeber sind weitere Attribute aus jener Zeit, die ihn gut beschreiben. Im Jahr darauf heiratete er. Die Scheidung 1852 krempelte sein Leben dann aber vollständig um: Der Lebemann wurde zum Asketen.

Mit Nachdruck verfolgte er danach seine Idee eines Wildparks. Vieles dürfte dabei mitgespielt haben. So seine profunden Kenntnisse der Forstwirtschaft, aber auch die Tatsache, dass es in jenem Jahrzehnt keine Rehe mehr im Sihlwald gab. Die Wilderer grüssen hämisch …

Als es noch Zebras hatte ...
Bei seinem Arbeitgeber, der Stadt Zürich, fand er zunächst kein Gehör für seine Wildpark-Idee. Davon liess er sich nicht beirren. Er gründete flugs eine Stiftung und zahlte aus eigener Tasche 20’000 Franken ein zum «Zweck des Unterhalts eines anzulegenden Wildgartens» im Langenberg. Damit gewann er die Unterstützung der Stadtzürcher und kantonalen Behörden wie auch der Gemeinden Langnau und Adliswil. Die definitive Stiftungsurkunde wurde am 11. Dezember 1869 ausgestellt, im Folgejahr ein erstes Gehege eingerichtet, für Rotwild, Damwild, Rehe und Gämsen.

In der Hauptgeschichte der neusten Langnauerpost sind noch viele weitere Details enthalten. Eines zum Schmunzeln: Im Wildpark weideten dereinst Zebras … Eine weitere Geschichte, «Vision 2030», zeigt, wie sich der Park in den nächsten Jahren entwickeln soll. In Bild und Text wird zudem der Besuch des Sihlwaldes der US-Präsidentengattin Eleanor Rossevelt vom April 1948 vorgestellt. Und natürlich darf ein Porträt des Restaurationsbetriebes Langenberg nicht fehlen.

Werner Zuber, Redaktionsleiter
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