Geschichte Langnaus

Die Besiedlung setzte hauptsächlich im 12. Jahrhundert ein. 1397 kann in Langnau eine Dorforganisation erfasst werden; der Einzugsbrief von 1588 betraf erstmals Langnau und Rängg gemeinsam. Das Bewusstsein, dass verschiedene Teile zusammengeschmolzen waren, blieb allerdings bestehen: Zumindest in der Kirchgemeinde wurden die Ämter in einer bestimmten Kehrordnung besetzt, und das im 20. Jahrhundert geschaffene Gemeindewappen symbolisiert die drei Gemeindeteile Langnau, Rängg und Albis.

Bis weit ins 19. Jahrhundert war die Landwirtschaft (Milch-Graswirtschaft) vorherrschend. Ein markanter Einschnitt erfolgte durch die Gründung der Spinnerei Langnau (1827), einer der grössten Betriebe der Schweiz (1985 aufgegeben). Mit dem Bau des Fabrikkanals veränderte sich das Bild der Sihllandschaft, in der näheren Umgebung entstanden neue Wohnhäuser. Langnau gehörte ursprünglich zur Thalwiler Kirche. Gegen 1700 begannen Bestrebungen, eine eigene Kirchgemeinde – und damit auch eine eigene Schule – zu schaffen; 1711 war dieser Wunsch erfüllt, die Kirche erbaut. Während Langnau vor 1798 eine rein reformierte Gemeinde war, änderte sich im 19. Jahrhundert sowohl die konfessionelle Zusammensetzung wie die Herkunft der Bevölkerung: Der katholische Anteil stieg bis 1900 auf 26%, der Ausländeranteil auf 11%, jener der Gemeindebürger sank auf 19%. 1863 wurde eine katholische Kapelle im Estrich der Spinnerei eingerichtet, seit 1880 besteht die katholische. Pfarrei Langnau-Gattikon. Die Anzahl der Wirtepatente erhöhte sich von sechs (um 1830) auf die Rekordzahl von zwanzig (1900). Herausragende Betriebe sind heute die 1953 gegründete Metallwarenfabrik W. Schneider&Co. AG sowie die Tanne, Schweizerische Stiftung für Taubblinde (seit 1990 in Langnau).

Der Albispass wirkte sich kaum auf das Dorfbild aus, da der Verkehr grösstenteils oberhalb von Langnau durchführte. 1892 wurde die Sihltalbahn eröffnet. Als Ausflugsbahn für die Stadtzürcher (Tierpark Langenberg seit 1874, Sihlwald, Albis) ohne Transitbedeutung beeinflusste sie Langnau zunächst nur wenig; immerhin erhielt die Spinnerei einen Geleiseanschluss. Ebensowenig wirkte sich vorerst die Sihltalstrasse auf das Siedlungsbild aus. Die guten Verkehrsverbindungen (A3, Sihltalbahn als S-Bahn) fördern aber seit 1960 die Entwicklung zur Agglomerationsgemeinde mit grossen Mietshäusern in der Talsohle und Einfamilienhäusern im oberen Dorfteil.

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